Ingwer richtig schälen - eine ganz einfache Sache

Ingwer richtig schälen mit dem Löffel

Ingwer ist eines der von alters her auch in Europa bekanntesten Gewürze und Arzneimittel. Als Amerika noch nicht entdeckt war und es deshalb noch keinen Chili in der "Alten Welt" und im Orient gab, war Ingwer neben Pfeffer eines von wenigen scharfen Gewürzen. Als Gewürz ist uns der Ingwer inzwischen ein wenig aus den Augen geraten, obwohl er häufig verwendet wird, vor allem in der Weihnachtszeit, dann aber zumeist gemahlen in Gewürzmischungen, beispielsweise für Lebkuchen oder Spekulatius, so dass er uns nicht ins Auge sticht.

Darüber hinaus ist Ingwer oft nur denjenigen wirklich geläufig, die häufig asiatisch oder indisch kochen. In Indien, Thailand, China und fast allen südostasiatischen Ländern ist er als Gewürz unverzichtbar. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich Ingwer aber in letzter Zeit auch in Deutschland wieder in einem etwas anderen Zusammenhang. Nachdem seine heilkräftige Wirkung sich herumgesprochen hat, trinken immer mehr Menschen Ingwertee. Der könnte auch dir gut bekommen. Wir beschreiben, weshalb.

Das alles kann dieser Tausendsassa

Die Pflanze, von der niemand weiss, wo genau sie ihren Ursprung hat, gehört zur Familie der Cingiberaceae oder Ingwergewächse. Von dieser Pflanze (botanisch: Zingiber officinale) verwenden wir aber nur die sogenannten Rhizome, das sind Knollen, aus denen die eigentlichen Wurzeln ins Erdreich abzweigen und das Kraut nach oben wächst, inklusive der Blüten. Die Rhizome haben es in sich. Seine Schärfe hat Ingwer von Scharfstoffen wie dem Gingerol. Daneben enthält das Rhizom ätherische Öle, Harzsäuren und Harze, Mineralien wie Calcium, Kalium, Natrium, Phosphor und Eisen, sowie Vitamin C. Ausserdem sind in der Knolle weitere sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, die noch nicht alle entschlüsselt sind, und deren Wirkungsweise noch nicht vollständig geklärt ist, obwohl Ingwer seit Jahrhunderten in der Traditionellen Chinesischen Medizin TCM angewandt wird. Schon im 5. / 6. Jahrhundert wusste Tao Hongjing, was der Tausendsassa "drauf hat".

Ingwer wirkt desinfizierend gegen Viren und Bakterien. Er fördert die Durchblutung, hilft gegen Übelkeit, Erbrechen und die Reisekrankheit, fördert die Verdauung und lindert Menstruationsbeschwerden. Er wird heute sogar zur Unterstützung in der Krebstherapie eingesetzt. Von manchen Pflanzen wird die Wirksamkeit bei Krebserkrankungen in der Naturheilmedizin oder der Volksmedizin einfach nur so behauptet. Bei Ingwer dagegen gilt dies seit einigen Jahren als medizinisch erwiesen. Nicht ohne Grund wurde Zingiber officinale kürzlich zur Heilpflanze des Jahres 2018 gekürt.

Aber obwohl seine Inhaltsstoffe weitgehend bekannt sind, ist der Grund, warum gerade dieses Gewächs so zahlreiche und nachweisbare positive Wirkungen hat, bis heute genau genommen ein Rätsel. Interessant ist, dass man Ingwer praktisch nicht überdosieren kann. Gewarnt wird nur vor der Einnahme bei Schwangerschaften und beim Stillen. Ausserdem sollten Bluter die Hände davon lassen, weil seine Wirkstoffe blutgerinnungshemmend wirken. Auch von einer ununterbrochenen Einnahme von Ingwer wird abgeraten, weil eine Gewöhnung und damit ein Verlust der Wirksamkeit eintreten könnte. Das ist aber nicht wirklich erwiesen, wie so vieles.

So setzt du Ingwer richtig ein

Viele Leute, die noch nicht daran gewöhnt sind, Ingwer zu benutzen, sind am Anfang oft ratlos, wie sie das machen sollen. Dabei ist es ganz einfach. Ingwer kann frisch ebenso wie getrocknet verwendet werden. Frisch ist er aber im allgemeinen vorzuziehen, weil er beim Trocknen das meiste seine ätherischen Öle verliert. Du kannst die lustigen Knollen in Scheiben schneiden und bei Bedarf klein schnippeln oder hacken. Oder du kannst sie mit einer nicht zu feinkörnigen Küchenreibe reiben, je feiner, je lieber. Dadurch lassen sich seine Inhaltsstoffe umso besser freisetzen.

In der asiatischen Küche wird vor allem geriebener Ingwer gerne angebraten, meistens zusammen mit anderen Gewürzen, so dass sich ihr Aroma in einem unglaublich anregenden und würzigen Potpourri von Düften erschliesst. Vorsicht: nicht zu sehr erhitzen; Anbrennen darf nichts. Der Vorteil, wenn du geriebenen Ingwer einsetzt: es sind später keine Stücke zu spüren. Das ist gut so, denn gröbere Ingwerstücke sind nicht jedermanns Sache. Es gibt freilich Menschen, die auch das mögen, die Ingwer sogar in kleinen Scheiben knabbern wie Kekse oder Chips. Und dann sind da auch noch die in Sirup eingelegten oder kandierten Ingwerstäbchen, oft mit Schokolade überzogen, die du wie Bonbons geniessen kannst.

In Japan findest du außerdem in einem Essigsud eingelegte hauchdünne Ingwerscheiben, die zu Sushi gereicht werden. Größere Stücke werden manchmal zusammen mit Galgant in thailändischen oder anderen südostasiatischen Gerichten mit den restlichen Zutaten mitgekocht, um sie vor dem Servieren herauszufischen und wegzulegen. Nur der Geschmack bleibt. Du siehst: insgesamt ist der Einsatz von Ingwer völlig simpel.

Die Frage aller Fragen: schälen oder nicht

Ob du Ingwer schälen solltest oder nicht, hängt von einem einzigen Kriterium ab, nämlich davon, ob du konventionell angebauten, oder ob du Bio-Ingwer benutzt. Bei konventionellem Ingwer aus dem Supermarkt oder auch von einem Stand auf einem Wochenmarkt solltest du unbedingt die Schale entfernen. Bio-Ingwer dagegen solltest du nicht schälen. Wie bei Äpfeln sitzen manche nützlichen und gesunden Stoffe möglicherweise in oder direkt unter der Haut. 

Ingwer einfach schälen - am besten mit der Löffelchenstellung

Beim Schälen von Ingwer tun sich viele Leute anfangs schwer. Es gibt vier Möglichkeiten:

  • mit einem scharfen, spitzen Küchenmesser rangehen
  • mit dem Sparschäler arbeiten
  • mit der erwähnten Küchenreibe abraspeln
  • oder mit einem Löffel abschaben.

Weil die scharfen Knollen so merkwürdig verwachsen sind, kommt man mit dem Sparschäler aber kaum oder gar nicht zwischen die einzelnen Teile der Knollen. Du musst sie also auseinanderbrechen. Problematisch ist, dass dabei die einzelnen Teile immer kleiner werden und so immer schwieriger zu schälen.

Ähnlich ist es mit der Reibe. Beim Einsatz eines Küchenmessers ist obendrein der Materialverlust zu gross. Du willst den Ingwer ja im Topf haben und nicht den größten Teil im Kompost.

Als einfachstes Hilfsmittel, um Ingwer einfach zu schälen, hat sich ein Teelöffel erwiesen. Das klingt im ersten Augenblick merkwürdig, aber wenn du es einmal versucht hast, wirst du sehen, dass es stimmt. Halte den Löffel so, wie du den Sparschäler beim Kartoffelschälen hältst. Mit der Kante des Löffels schaben - schon sind die Schalen weg, so dünn, als wären sie mit dem Sparschäler weggeputzt worden.

Ingwertee und Ingwerwasser - ein Genuss

Ingwer ist hervorragend als Grundstoff für Getränke geeignet. In England ist das schon lange bekannt. Das gute alte Ginger Ale ist zwar inzwischen etwas aus der Mode gekommen, aber dafür nimmt die Verbreitung von selbst gemachter Ingwer-Limonade inzwischen deutlich zu. Vor allem aber - und der ist noch einfacher herzustellen - wird Ingwertee immer beliebter. Dazu folgende Rezepte:

Einfacher Ingwertee

Eine Handvoll in dünne Scheiben geschnittenen Ingwer in einen Topf geben. Mit kochendem Wasser übergiessen. Mindestens zehn Minuten ziehen lassen. Abgiessen (am besten durch ein Teesieb). Nach Belieben mit braunem Zucker oder mit Honig süssen.

Gewürzter Ingwertee

Eine Handvoll in dünne Scheiben geschnittenen Ingwer und etliche Minzeblätter mit kochendem Wasser übergiessen. Mindestens zehn Minuten ziehen lassen. Mit einem Spritzer Zitronensaft ergänzen, nach Belieben (siehe oben) süssen.

Der "Hammer" unter den Ingwertees

Dieses Rezept findest du nur selten, möglicherweise nur bei Dr. Ginger:
Eine Handvoll in dünne Scheiben geschnittenen Ingwer in einem grossen Topf mit mindestens einem Liter Wasser übergiessen und aufkochen. Vorsicht: Wenn das Wasser kocht, schäumt es durch den Ingwer unglaublich heftig. Der Topf muss also hoch genug sein, damit nichts überkocht, was leicht passiert. Sobald das Wasser kocht, die Hitze herunterstellen und eine oder auch gerne bis zu zwei Stunden sachte köcheln lassen. Gelegentlich Wasser nachgiessen und wieder zum Köcheln bringen. Du wirst den Unterschied zu den üblichen Ingwertees sofort bemerken. Abgießen (am besten durch ein Teesieb) und entweder pur geniessen oder wie oben nach Belieben süssen.

Die etwas feinere Variante des "Hammers"

Den Tee kochen wie oben. Anschliessend zu einem Liter Tee den Saft einer Orange und einer Zitrone dazugeben. Auf keinen Fall mehr kochen lassen! Nach Belieben süssen.

Der "Verwandte" des Ingwer-Tees: Ingwer-Wasser

Ingwerwasser ist nichts anderes als Ingwertee, nur dass hier keine Gewürze oder anderen Zusätze beigefügt werden. 

Trink Ingwertee, und du wirst sehen, dass du kaum mehr von einer Erkältung geplagt wirst. Der Tee wirkt vorbeugend, aber auch lindernd, wenn "es" schon passiert ist.

Unser Tipp: Gib einen Schuss Dr. Ginger Ingwer Likör zum Ingwertee hinzu oder fülle genügend Dr. Ginger Ingwer Likör mit heissem Wasser auf, um einen Ingwerpunsch zu erhalten. Prost!